Ein kleines verlassenes Dorf mit romantischem Flair bietet dir eine Zeitreise in die jüngere Vergangenheit. Die Zeit blieb hier um 1967 stehen, als die Bewohner in das nahegelegene Milna zogen. Schon auf den ersten Blick ist klar, dass das Dorf verlassen ist. Die Häuser sind verfallen und von üppiger Vegetation überwuchert. Doch an einem Ende des Dorfes steht im Gegensatz dazu eine wunderschön restaurierte Villa. Man denkt sofort, dass vielleicht doch irgendwann wieder etwas Leben hierher zurückkehren wird.


Hier gibt es auch ein tolles Restaurant, das Stori komin. Es ist sehr traditionell, das Angebot umfasst klassische dalmatinische Spezialitäten. Wer hier ein ausgezeichnetes Essen genießen möchte, muss im Voraus telefonisch reservieren. Das ist auch der beste Weg, um herauszufinden, was gerade auf der Speisekarte steht.





Vom Restaurant aus hat man einen wunderschönen Blick ins Tal und auf die gegenüberliegenden Felsen. Und was wichtig ist: Das Restaurant ist nur am späten Nachmittag und abends geöffnet.

Aber bevor du dich ins Restaurant setzt, schlendere durch das Dorf, verliere dich in den alten Gassen und sauge die wunderschöne Atmosphäre auf, die dich ganz durchdringen wird.


Auf dem Weg zum Restaurant kommst du an einem gut erhaltenen Gebäude vorbei, in dessen Erdgeschoss sich eine Olivenpresse befindet und im Obergeschoss die Wohnung der örtlichen Schullehrerin war.


Das Dorf Malo Grablje wird erstmals 1539 erwähnt. Es wird angenommen, dass es ursprünglich Hirtenunterkünfte und ein Ort zur Unterbringung von Vieh war. Im Jahr 1621 werden bereits beide Dörfer erwähnt – Malo Grablje und Velo Grablje. Das Dorf entwickelte sich sehr gut und blühte schön auf – eine Kirche, eine Schule, eine Bibliothek, eine Wasserzisterne wurden gebaut und eine landwirtschaftliche Genossenschaft entstand. Es ging ihnen auch Ende des 19. Jahrhunderts sehr gut, als die Weinproduktion auf der Insel ihren Höhepunkt erreichte. Laut Aufzeichnungen lebten hier 1910 noch 179 Einwohner. Dann fegte jedoch die Reblaus durch ganz Europa – ein Schädling, der Weinberge mit verheerender Wirkung befällt. Die Reblaus erreichte das Dorf im Jahr 1915. Nach dem Ersten Weltkrieg war es nicht mehr möglich, neue Unterlagen zu pflanzen, und so rückten Lavendel, Rosmarin und Pyrethrum in den Vordergrund.


Man könnte meinen, dass die Bewohner wegen all dem in das nahegelegene Milna gezogen sind, weil es im Dorf nicht mehr lebenswert war. Aber das ist nicht der Fall. Sie zogen einfach um, weil sie es konnten, weil sie Bauland besaßen und weil sie fruchtbares Land zwischen Hvar und Milna besaßen. Es ging ihnen gut, Lavendel brachte zu seiner Zeit sehr gute Erträge.

Wenn du im westlichen Teil von Hvar unterwegs bist, solltest du dieses verschlafene Dorf nicht verpassen. Es ist nicht weit von Milna entfernt, eine asphaltierte Straße zweigt von der Hauptstraße hierher ab. Nach kurzer Fahrt durch eine Schlucht öffnet sich plötzlich ein Tal mit dem Dorf. Man kann auch aus der entgegengesetzten Richtung, vom Dorf Velo Grablje, hierher gelangen. Oder du kannst von hier aus über Velo Grablje entlang des Kamms mit wunderschönen Ausblicken nach Stari Grad oder über Brusje auf die andere Seite bis zur Stadt Hvar weiterfahren. Es gibt mehrere Möglichkeiten, du musst nur wählen.



