Am Rande der Kleinstadt Murter, hinter dem Hafen Hramina, auf der Halbinsel Gradina befindet sich die archäologische Stätte Colentum. Die Überreste der römischen Siedlung erstrecken sich vom Fuße des Hügels Gradina bis unter die Meeresoberfläche. Die Denkmäler liegen praktisch am Strand, sodass es sich anbietet, den Ausflug mit einem Bad zu verbinden. Ein Schnorchel wird dir nützlich sein, um den versunkenen Teil der Stadt zu entdecken – angeblich sind unter der Meeresoberfläche Amphoren und andere interessante Dinge zu sehen. In der Antike lag der Meeresspiegel nämlich 2 Meter tiefer als heute.

Die römische Stadt Colentum existierte vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. und war eine bedeutende Hafenstadt. Der Hafen erstreckte sich bereits vom heutigen Kirche, den du auf dem Weg zum Ort passieren wirst. Von der anderen Seite wurde der Hafen von der Halbinsel Gradina umschlossen und gleichzeitig von den gegenüberliegenden Inselchen Mali Vinik, Veli Vinik und Tegina geschützt.

Dank zahlreicher Mosaikfunde wird angenommen, dass Colentum eine reiche Handelsstadt war. Die Prosperität des Ortes belegen auch die Funde prächtiger, terrassenförmig am Hang des Hügels mit Meerblick angeordneter Gebäude.



Es wird auch angenommen, dass Colentum eine Akropolis hatte, und zwar auf dem Gipfel des Hügels Gradina. Das Problem ist ein wenig, dass Material aus der Antike oft für weitere Bauten verwendet wurde, und das war auch hier nicht anders. Und da ich schon beim Gipfel des Hügels bin, ist es erwähnenswert, dass sich direkt auf dem Gipfel eine liburnische Siedlung befand, und zwar vom 11. Jahrhundert v. Chr. bis zum Beginn der römischen Periode im 1. Jahrhundert v. Chr. Die liburnische Siedlung war von mächtigen Mauern umgeben, die stellenweise 4 – 5 m breit waren und in der Trockenmauertechnik – also ohne jegliches Bindemittel – gebaut wurden. Hier muss ich etwas gestehen. Ich ließ meinen Mann und die Kinder im Meer baden und machte mich auf die Suche nach den Überresten der liburnischen Siedlung. Der Weg auf den Hügel führt über die Ausgrabungen und ist anfangs recht gut erhalten. Aber an der Stelle, wo man nach oben abbiegen sollte, ist nichts. Auch weit und breit nicht. Normalerweise gebe ich nicht so leicht auf und suche, aber hier gab es nicht einmal einen Hinweis auf einen Pfad, überall nur üppiges Gestrüpp. Wenn es jemandem gelungen ist, den Gipfel zu erreichen, würde ich mich über das Teilen des Weges freuen :)

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man mit dem Auto auf die Halbinsel Gradina fahren kann, der Weg endet ein Stück hinter der Kirche. Als wir Ende Mai dort waren, gab es nirgendwo Anzeichen von Imbissständen (Gott sei Dank), das muss man also berücksichtigen. Der Strand ist schön und ruhig, man badet eigentlich direkt neben den Denkmälern. Am Strand gibt es Kies und im Meer Seeigel, auch das muss man berücksichtigen. Und die Überreste der römischen Siedlung befinden sich direkt oberhalb des Strandes. Man kann dort spazieren gehen, aber es gibt eigentlich nicht viel zu sehen. Ich würde hier auf den Schnorchel setzen, wir werden ihn beim nächsten Mal auf jeden Fall mitnehmen. Meiner Meinung nach ist der größte Vorteil des Ortes seine Lage außerhalb der Stadt.

Abschließend habe ich hier noch einen Link zu einer sehr schönen Webseite, die sich der Geschichte des Ortes widmet und aus der ich viele interessante Informationen entnommen habe. Sie ist hier: https://colentum.info/



